Geschichte
Am Kuusijärvi ist Feuer kein Effekt. Es ist Alltag. Die Menschen kommen ans Ufer, um zu saunieren, zu schwimmen und wieder auf die Saunabänke zurückzukehren – Saison um Saison. Der Ort ist gerade deshalb zu einem Phänomen geworden, weil er zugleich stadtnahe Natur und ein sehr altes finnisches Ritual ist. Die Saunen am Kuusijärvi sind auch wegen ihres Maßstabs eine Besonderheit: Es handelt sich um öffentliche Saunen, die ein breites Publikum bedienen und ein fester Bestandteil der Identität von Vantaas Erholungsgebiet sind.
Als neue Servicegebäude am Ufer errichtet wurden – zwei neue Rauchsaunen sowie Umkleide-, Wasch- und Informationseinrichtungen – war das Ziel nicht, eine neue Sehenswürdigkeit zu schaffen, sondern das Gesamtbild so zu ergänzen, dass das Neue wirkt, als wäre es schon immer da gewesen. Die Formensprache und die Materialien der Gebäude binden sie in die Landschaft ein: Blockbohlenrahmen, verkohlte Verkleidung und Dächer, die die Textur und Weichheit der Natur über die Architektur legen.
Das Ensemble und seine Planer, Mer Arkkitehdit und Arkkitehtuuri- ja muotoilutoimisto Talli, wurden mit dem Vantaaer Kehäkukka-Architekturpreis für qualitätsvolle und nachhaltige Architektur ausgezeichnet – ein Zeichen dafür, dass es hier nicht nur um Saunen geht, sondern um eine sorgfältig gestaltete Umgebung.
Hiil-Oberflächen in diesem Projekt
Am Kuusijärvi ist verkohltes Holz Teil derselben Geschichte wie die Rauchsauna. Das Material hat das Feuer durchlaufen und ist geblieben. Für die Außenverkleidung wurde Hiili als Spezialoberfläche eingesetzt, da die Architektur die Tiefe und den Farbton verkohlten Holzes verlangte, jedoch mit einer etwas kontrollierteren Textur, als sie ein einzelner Verkohlungsdurchgang oft erzeugt. Bei diesem Projekt wurde die Oberfläche durch Verkohlen, Hochdruckreinigung und erneutes Verkohlen hergestellt. Das Ergebnis ist ein erkennbares, lebendiges Brandmuster mit kontrollierterem Korn.
Auf den Terrassen kam Noki zum Einsatz – es wirkt im Außenbereich wie ein weicher Schatten. Es unterstützt den dunklen Grundcharakter der Gebäude und bringt zugleich die Praktikabilität und den Rhythmus einer gebürsteten Oberfläche auf Gehwege und Aufenthaltsbereiche.
Aus Hiils Perspektive ist Kuusijärvi auch ein Beispiel dafür, wie verkohltes Holz verantwortungsvoll und langlebig im öffentlichen Raum eingesetzt werden kann: Holz darf Holz sein, und Feuer verbessert es für eine längere Nutzung.