Geschichte
Auf dem Campus der Aalto-Universität entsteht gute Alltagsqualität oft aus kleinen Dingen: ein Platz vor dem Eingang, an dem man auf eine Freundin warten, ein paar Seiten lesen oder nach einer Vorlesung durchatmen kann. Für diesen Bedarf wurden Ruhebänke gewünscht, die Zeit, Nutzung und Witterung standhalten und die so wirken, als gehörten sie zur Architektur – nicht wie lose aufgestellte Möbel.
Die Materialwahl fiel auf Hiils Kelo-Oberfläche und breite Bohlen. Die Sitzfläche besteht aus mehreren 45×195 mm Bohlen: Die Dimensionierung gibt Struktur und einen ruhigen Rhythmus, und die breite Oberfläche macht das Sitzen auch ohne Polster oder zusätzliche Konstruktionen bequem. Hiil Kelo ist verkohlt, gebürstet und geölt, wobei dem Öl graues Farbpigment zugesetzt wird. Das Ergebnis ist eine zurückhaltende, stadttaugliche Oberfläche, die dennoch als gebranntes Holz mit lebendiger Textur erkennbar bleibt.
Kelo entwickelt mit der Zeit eine silbergraue Patina, besonders im Außenbereich, wo Licht und Wetter ihre Arbeit tun. Die Patina löscht die verkohlte Ästhetik nicht aus; sie mildert sie in eine natürliche Richtung. Die Oberfläche liest sich weiterhin als vom Feuer berührt, verschmilzt aber zunehmend mit ihrer Umgebung.
Die Konstruktion betont auch die Verbindung von Stahl und verkohltem Holz. Der Stahlrahmen bringt die im öffentlichen Raum geforderte Robustheit und lässt dem Holz die Rolle des Hauptmaterials. Stahl übernimmt die Tragfähigkeit. Sichtbare Bolzenverbindungen und Stirnplatten machen die Konstruktion geradlinig und ablesbar. Visuell sprechen roher Stahl und verkohltes Holz dieselbe Sprache – beides sind Materialien, die leben und mit Würde altern dürfen.
Produkte
Im Projekt wurden breite, dicke Kelo-Bohlen eingesetzt.