CircuWood™ – vom Restholz zum langlebigen Produkt

CircuWood™ – vom Restholz zum langlebigen Produkt

Die Geschichte von Hiil beginnt mit der Kreislaufwirtschaft — mit dem Gedanken, dass bereits einmal erzeugtes Holz einen langlebigen und hochwertigen Einsatzort verdient, am besten in Gebäudeoberflächen. CircuWood™ ist Hiils Art, Nebenprodukte und anderweitig ungenutztes Holz in technisch einwandfreie, optisch ansprechende und langlebige Verkleidungsprodukte zu verwandeln.

Wie entstand die Idee, CircuWood zu nutzen?

Die Hiil-Gründer Miikka und Joona betrieben zuvor ein Unternehmen namens Puuartisti, das in seinen Arbeiten viel Holz mit Vergangenheit einsetzte — sturmgefällte Bäume, aus Mooren geborgenes Holz und gesunkene Stämme. Statt von Kreislaufwirtschaft sprach man dort von Geschichten und davon, was bereits genutztes oder vergessenes Holz in sich trägt. Dieses Denken führte auch zum ersten praktischen Versuch mit Holzverkohlung, als der Kreislaufwirtschaftsakteur Spolia Design bei Puuartisti nach Ideen für die Wiederverwendung von Holz aus Brückenbaustellen fragte.

Das Problem mit dem Brückenbauholz lag darin, dass es Beton, Sand, Schmutz, Metall und Oberflächenschäden enthielt. Vor einer gründlichen Reinigung konnte es mit keinem Werkzeug bearbeitet werden. Beim ersten Versuch wurde die betongesättigte Oberfläche abgebrannt und das Beton-Kohle-Gemisch mit einem Hochdruckreiniger entfernt. Die Oberfläche löste sich auf wenigen Millimetern ab und darunter kam wieder verwendbares Holz zum Vorschein. Es stellte sich die Frage: Ließe sich aus diesem Verfahren ein skalierbares Geschäft machen? Aus dieser Entwicklungsarbeit entstand Hiil — und damit CircuWood™.

Was CircuWood™ bei Hiil bedeutet

CircuWood™ ist eine Marke von Hiil. Sie bezeichnet Rohmaterial, das zuvor anderweitig genutzt wurde oder das ohne neue Verwendung in kurzlebige Anwendungen oder in die Energieverbrennung gelangt wäre.

CircuWood™ ist weder eine einzelne Holzart noch eine einzelne Qualitätsstufe. Es handelt sich um ein Beschaffungsmodell und eine Ausgangsbasis für Rohstoffe. Als CircuWood kann beispielsweise Holz gelten, das Bläue aufweist (ein ästhetischer Mangel) oder eine zu hohe Astdichte hat (ein struktureller Mangel). Ästhetische Mängel lassen sich durch Verkohlung wirkungsvoll beheben, während strukturelle Defekte — etwa solche, die die Biegefestigkeit betreffen — bei Verkleidungsprodukten keine Rolle spielen.

Begriffe klar definiert: Industrierestholz und Altholz

Industrierestholz

Industrierestholz entsteht in der Säge- und Hobelindustrie, wenn ein Teil der Produktion nach der Sortierung aussortiert wird — wegen Astqualität, Farbfehlern, Oberflächenschäden oder unzureichender Festigkeitsklassen. Ein Teil dieses Holzes gelangt in die Verpackungsindustrie oder andere kurzlebige Verwendungen, ein großer Anteil wird jedoch als Energieholz verbrannt.

Aus Hiils Sicht ist Industrierestholz ein gleichmäßiger und planbarer Rohstoffstrom, der in langlebige Bauprodukte umgelenkt werden kann.

Altholz

Altholz stammt aus der Bauindustrie und bezeichnet Holz, das als Abfall eingestuft wurde — etwa auf Baustellen oder bei Abbrucharbeiten. Es kann Schmutz, Beton, Metall, Befestigungsmittel und schwankende Qualität enthalten. Es ist ein interessanter Rohstoffstrom, logistisch und in Bezug auf die Qualitätssicherung aber anspruchsvoller.

Wenn in diesem Artikel von Abbruchholz die Rede ist, ist damit Material aus dem Strom der Bauindustrie gemeint — in der Praxis also Rohmaterial, das dem Altholz gleichzusetzen ist.

Hiils zwei Kreislaufwirtschaftsströme: CircuWood und Abbruchholz

Hiil hat seine Rohstoffketten in zwei Richtungen entwickelt.

1) CircuWood — Industrierestholz aus Säge- und Hobelwerken

Derzeit werden CircuWood™-Produkte aus Nebenströmen der Sägeindustrie hergestellt. Hiil arbeitet mit Sägewerken und Hobelwerken in einem Umkreis von rund 200 km um das Werk zusammen. Die kürzere Entfernung sichert die Lieferfähigkeit und verringert die Transportemissionen.

2) Abbruchholz-Szenario — Strom aus der Bauindustrie

Abbruchholz aus der Bauindustrie birgt großes Potenzial, doch die logistischen Wege sind oft länger und die Kette enthält mehr Variablen. Transport und Aufbereitung können Emissionen und Kosten erhöhen. In der Praxis kann das Gesamtbild unter Berücksichtigung von Logistik und Sortierung nahe an das CircuWood-Niveau heranreichen. Das bringt Flexibilität in der Beschaffung, erfordert jedoch eine gut funktionierende Lieferkette.

Der CO₂-Fußabdruck von CircuWood

In einer Studie der Karelia-Fachhochschule (Kainulainen 2025) werden Hiils Produkte hinsichtlich fossiler Emissionen verglichen (kg CO₂e pro kg Fertigprodukt). Die Ergebnisse zeigen, dass CircuWood und das Abbruchholz-Szenario nahezu gleichauf liegen — und beide deutlich unter der Alternative mit Frischholz.

In der Studie ausgewiesene fossile Emissionen:

  • Hiil, Frischholz: 0,201 kg CO₂e/kg
  • Hiil, Abbruchholz: 0,115 kg CO₂e/kg
  • Hiil, CircuWood: 0,112 kg CO₂e/kg

Besonders deutlich werden die Unterschiede in der Rohstoffphase (kg CO₂e/m³):

  • Frischholz-Rohstoff: 39 kg CO₂e/m³
  • Abbruchholz: 5 kg CO₂e/m³
  • CircuWood: 4,2 kg CO₂e/m³

Der Vergleich der Rohstoffphase zeigt, dass kreislaufwirtschaftliche Alternativen erheblich weniger Emissionen verursachen als Frischholz. Das ist der Kernvorteil von CircuWood: derselbe Einsatzzweck im Bauprodukt, aber eine deutlich geringere Belastung in der Rohstoffphase.

Warum aus CircuWood Verkleidungsprodukte entstehen sollten

Wenn Industrierestholz oder Abbruchholz in langlebige Oberflächen gelenkt wird, bleibt das Holz länger in Gebrauch. Gleichzeitig verbleibt der im Holz gespeicherte Kohlenstoff im Produkt, und die gebaute Umwelt dient über einen längeren Zeitraum als Kohlenstoffspeicher.

CircuWood™ ist zudem gelebte Ressourceneffizienz:

  • bessere Ausbeute aus der Sägeindustrieproduktion
  • weniger Holz, das in die Energieverbrennung gelangt
  • mehr langlebige Holzoberflächen für das Bauwesen

Was wird heute aus CircuWood hergestellt?

Derzeit nutzt CircuWood Nebenströme der Sägeindustrie, aus denen Wandverkleidungsprodukte für den Außen- und Innenbereich gefertigt werden.

Quelle

Kainulainen, J. (2025). Valmistusprosessin ja raaka aineen vaikutus hiilletyn puun päästövaikutuksiin. Karelia ammattikorkeakoulu. Theseus: https://www.theseus.fi/handle/10024/904230